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April 14, 2015 Published by Categorised in:

Stoppt die Zerstörung der St.Galler Landschaft

Die Stimmbürger des Kanton St. Gallen haben 2013 die eidgenössische Vorlage für „ein besseres und maßvolleres Raumplanungsgesetz“ mit 64 Prozent klar angenommen. Das Raumplanungsgesetz war die Aufgabe der Regierung des Kanton St. Gallen. Rund 12 Millionen Quadratmeter Bauzone und zusätzliche Industrieflächen, die weiter ausgebaut werden können, liegen vor. Aber dies schien den bürgerlichen Parteien im Kantonsrat St. Gallen offensichtlich zu wenig sein.

Durch eine Änderung im Baugesetzt hat die bürgerliche Mehrheit im St. Galler Kantonsrat in der Februarsession weitreichende Kompetenzen der Raumplanung an sich gerissen. Diese Änderung wird folgenschwere Konsequenzen für die Bevölkerung haben: Die Bauzonen sollen um weitere 6 Millionen Quadratmeter Bauland aufgestockt werden, und die Baulobby kann selbst bestimmen wie viel neues Bauland geschaffen wird. Dies ist eine klare Missachtung des Volkswillens.

Wer von den Wählern gewählt wird, hat im Interesse seiner Wähler zu agieren. Die Politiker haben gegenüber ihren Wählern eine moralische und ethische Verantwortung. Ein Amt, in das einem die Bürger wählen, ist eine Verpflichtung gegenüber diesen Bürgern, in ihrem Interesse zu handeln. In diesem Fall ist jedoch klar im Interesse einzelner Lobbyisten aus der Baubranche gehandelt worden.

Es gibt sie noch – die Orte, wo man in Wäldern spazieren gehen kann ohne Spazierwege und ohne Schild mit der Angabe, wie weit es bis zur nächsten Kneipe ist. Wälder, wo man sich an Flussläufen orientiert und wo einem Bären, Füchse, Wildschweine und auch mal ein Elch begegnen. Schon die Tierauswahl zeigt, dass diese Orte garantiert nicht in der Schweiz liegen. Die Schweiz ist schon heillos überbaut und wirklich wilde Natur sucht man hier vergeblich. Natürlich muss auch die Urbanisierung sein – Menschen brauchen Wohnungen, Geschäfte, Schulen und Arbeitsplätze. Menschen brauchen aber auch Bodenhaftung, das Gefühl ein Teil der Natur zu sein. Wir haben schon so viel Natur in der Schweiz zerstört, dass man solche Kantonsräte nur als unverantwortlich gegenüber ihren Mitbürgern und den eigenen Nachkommen bezeichnen kann. Wenn Kantonsräte ihr Amt missbrauchen bleibt leider nur das Referendum! 

Quelle: SP-Blog

Bildquellenangabe: http://www.wwfost.ch