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January 16, 2015 Published by Categorised in:

SNB arbeitet gegen die eigene Wirtschaft

Damit sich alle Wirtschaftsteilnehmer darauf einstellen können hat selbst eine russische Notenbank ihre Währungsbindung langsam und bedächtig, über einen Zeitraum von neun Monaten, aufgegeben. Die schweizerische Nationalbank jedoch, die 2014 einen Gewinn von 38 Milliarden Franken erwirtschaftete, hat den Schweizer Markt nicht vorbereitet.

Die Tourismusbranche, der Exportsektor und Unternehmen mit Devisenkonten, erlebten gestern eine böse Überraschung – um 10.30 veröffentlichte die SNB ihren sofortigen Verzicht auf eine weitere Kursbindung zum Euro.

Die Finanzkrise in der EU wird 2015 eine Verschärfung erfahren, nicht zuletzt wegen einer gewissen Planlosigkeit der Europäischen Zentralbank. Davon hätte die Schweiz mit 3,4 Prozent Arbeitslosigkeit jedoch gar nicht viel gemerkt. Dank der eigenen Nationalbank sieht dies nun für das Jahr 2015 ganz anders aus.

Die Schweizer Unternehmer und Arbeitnehmer tröstet der Buchverlust der SNB von 60 Milliarden wenig, denn die SBN kann es sich leisten – die Schweizer Wirtschaft nicht.

Was bedeutet der Ausstieg aus der Währungsbindung für die Schweizer Wirtschaft konkret?

  • An vorderster Stelle ein Rückgang der Exporte. “Made in Switzerland” ist ohnehin teuer, der Wechselkurs erledigt nun sein Übriges – die Exportindustrie wird 2015 satte Verluste schreiben. Dagegen hilft nur eines: Eine Verringerung der Produktion.
  • Weniger Produktion bedeutet weniger Arbeitsplätze.
  • Buchverluste hat nicht nur die Nationalbank, sondern alle Banken und viele Schweizer Firmen mit Devisenkonten. Buchverluste bedeuten geringere Gewinne für das Jahr 2015 und damit geringere Steuereinnahmen.
  • Alle Kantone verlieren im grossen Stil bei den Steuereinnahmen. Im Jahre 2016 werden sich die Devisenverluste bei den Steuereinnahmen der Finanzämter bemerkbar machen.
  • Der Schweizer Tourismus wird hohe Einbußen verzeichnen. In den letzten drei Jahren hat mehrheitlich der Wechselkurs die Hotellerie und das Gastgewerbe gerettet. In manchen Regionen ist der Tourismus der Wirtschaftsmotor der Region.

Kurz gesagt, offensichtlich scheint die SNB es nicht als ihre Aufgabe zu Erachten, den Wirtschaftsstandort Schweiz ruhig durch das ohnehin schwere Jahr 2015 zu begleiten. Auch wenn die Leute arbeitslos werden, die Unternehmen hohe Buchverluste schreiben müssen und der Tourismus und die Exportindustrie schwere Einbussen verzeichnen müssen – Die Schweizerische Nationalbank hat 2014 einen Rekordgewinn eingefahren. Sie wird keine Not leiden.

Eine Nationalbank hat eine gesellschaftliche Verantwortung – dieser Verantwortung ist die SNB nicht gerecht geworden. Der Schweiz stehen nun schwere Zeiten bevor.