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March 24, 2015 Published by Categorised in:

Nationalratswahlen 2015

Dieses Jahr ist es wieder so weit – am 18. Oktober finden die Nationalratswahlen 2015 statt. Ein guter Grund einen genaueren Blick auf die eidgenössischen Wahlen zu werfen.

Die Nationalratswahlen finden alle vier Jahre – jeweils am zweitletzten Sonntag des Oktobers – statt. Da die Wahlen seit 1919 nach dem Proporzsystem erfolgen haben auch kleinere Parteien die Möglichkeit den Einzug ins Parlament zu schaffen.

Bei den Nationalratswahlen haben grundsätzlich alle mündigen Schweizerinnen und Schweizer ab 18 Jahren das aktive und passive Wahlrecht. Um als Kandidat an den Nationalratswahlen teilnehmen zu können, muss man gewisse Grundvoraussetzungen erfüllen, welche in der Verfassung festgelegt sind.

Neben der Volljährigkeit muss man das Schweizer Bürgerrecht besitzen und darf nicht wegen Geisteskrankheit oder Geistesschwäche unter umfassender Beistandschaft stehen. Ausserdem gibt es bestimmte Unvereinbarkeiten mit dem Parlamentsmandat, welche im Parlamentsgesetz abschliessend aufgeführt sind. Diese besagen beispielsweise, dass Mitglieder der Armeeleitung oder das Personal der Bundesverwaltung, der Parlamentsdienste und der eidgenössischen Gerichte nicht dem Parlament angehören dürfen.

Die Zugehörigkeit zu einer Partei ist nicht zwingend – so steht jedem Kandidaten frei als Parteilose bzw. Parteiloser für den Nationalrat zu kandidieren, oder gar zu diesem Zweck selbst eine neue Partei zu gründen.

Um an den Wahlen teilnehmen zu können muss ein genauer Ablauf befolgt werden, welcher von Kanton zu Kanton variieren kann. Ein Kandidat darf grundsätzlich nur auf einer einzigen Liste zur Wahl antreten und hat nach dem Wahlvorschlag schriftlich zu bestätigen, dass er mit seiner Kandidatur einverstanden ist.

Besonders spannend dürften die Nationalratswahlen 2015 auch bezüglich ihrer Entwicklung in den letzten Jahren werden. So sind im Jahre 2011 in den Kantonen mit Proporzverfahren 365 Listen eingereicht worden, was eine bisher unerreichte Listenzahl darstellt. Dies entspricht einer Zunahme von 17 Prozent gegenüber den vorangegangenen eidgenössischen Wahlen. Im Vergleich zum Jahre 1991 haben in den letzten Nationalratswahlen fast tausend Kandidaten mehr um einen Sitz im Nationalrat gekämpft. Gemäss dem Bundesamt für Statistik seien dafür die neuen Akteure auf der politischen Bühne, namentlich die Bürgerlich-Demokratische Partei (BDP) und die Grünliberale Partei (GLP), verantwortlich. Ebenfalls hatte die Gründung von altersspezifischen Parteilisten – insbesondere der Jugendlisten – einen Einfluss auf diese ausserordentlichen Zahlen.

Etwas enttäuschend fällt das Ergebnis hingegen im Hinblick auf den Frauenanteil der letzten eidgenössischen Wahl aus. So haben im Jahre 2011 nur 32, 8 Prozent Frauen an den Nationalratswahlen teilgenommen, was – wenn auch nur knapp – weniger war als bei den Wahlen vier Jahre zuvor. Interessant dabei ist, dass der Frauenanteil bei den Kandidatinnen der Sozialdemokratischen Partei (SP) und der Grünen Partei mit mehr als 40 Prozent über dem Durchschnitt lag, während die Frauen bei der Freisinnig-Demokratischen Partei (FDP), der Schweizerischen Volkspartei (SVP) und der Bürgerlich-Demokratischen Partei (BDP) mit etwa 20 Prozent stark untervertreten waren. Die Statistiken verraten zudem, dass die Frauen mit durchschnittlich 39 Jahren jüngere Kandidatinnen sind als ihre männlichen Mitstreiter mit einem Durchschnittsalter von 40 Jahren.

Das Durchschnittsalter im Nationalrat selbst hat sich seit dem Jahre 1971 kaum verändert – es schwank stets zwischen 53 und 50 Jahren. Beim Ständerat liegt es sogar noch ein paar Jahre höher. Umso wichtiger ist es, dass möglichst viele junge Politiker für das Parlament kandidieren, denn auch diese müssen in der Geschäftsleitung unseres Landes vertreten sein. Für die Nationalratswahlen 2015 braucht es – nicht nur für den Kanton St.Gallen – Kandidaten mit frischen und innovativen Ideen, welche die Interessen aller Bürger vertreten. Besonders jedoch die Interessen jener Minderheiten, welche bis anhin stark untervertreten sind: Die Frauen, die Jungen und die MigrantInnen.

Quelle: www.ch.ch und www.parlament.ch, Bild: www.aargauerzeitung.ch