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January 16, 2015 Published by Categorised in:

Extremisten unter sich

In einer Sache sind sich die Pegida-Ideologie und der fundamentalistische Islam absolut ebenbürtig – in ihrem Extremismus. Sie benutzen die Religion als Deckmantel, um dahinter ihre eigenen Unzulänglichkeiten und Komplexe zu verstecken. In einer Gruppe von Gleichgesinnten fühlt man sich stark und im Recht. Ein Gefühl, welches eine starke psychologische Wirkung auf die Menschen zu haben scheint. Dazu gehört auch die Blindheit für die eigenen Fehler oder das persönliche Scheitern und die Projezierung der Probleme auf einen Sündenbock.

Extremisten lehnen eine differenzierte Auseinandersetzung mit Problemen ab und bedienen sich der emotionalen Propaganda. Humanismus wird als “Gutmenschentum”, und somit als schwach, abgewertet.

Es ist auffallend, wie ähnlich sich extreme Gruppierungen auch im Umgang mit Frauen sind. Werfen Rechtskonservative dem Islam die Unterdrückung der Frau vor, sind es meist diese Kreise, welche die “Frau an der Herd”-Parolen schwingen und ein patriarchales System propagieren. Psychologisch gesehen handelt es sich wiederum um eine eigene Schwäche, welche nicht anerkannt, sondern durch Machtausübung auf das andere Geschlecht zu kompensieren versucht wird.

Die niemals sterbenden Träume der “Retter des Abendlandes” gleichen in vielerlei Hinsichten den Vorstellungen der islamischen Fundamentalisten. Würde es nach der Rechten gehen, hätten die Frauen in der Schweiz möglicherweise bis heute kein Stimm- und Wahlrecht!

Der Pegida-Verein und andere rechtspopulistische Gruppierungen vertreten das Volk, oder die abendländischen Werte, genauso wenig wie die radikalen Islamisten den Islam. In den Ausschreitungen der Aktionsgruppe “Hooligans gegen Salafisten” (HoGeSa) zeigte sich das Aufeinanderprallen zwei extremer und gewaltbereiter Gruppierungen. Kann man dabei als gemässigter Bürger Partei für eine Seite ergreifen? Unmöglich. Genauso wenig wie die Hooligans das deutsche Volk repräsentieren, so wenig repräsentieren die Salafisten die Muslime.

Die Gründe, welche zu einer extremistischen Weltsicht führen, sind meist angestaute Frustrationen. Soziale Verhältnisse, schlechte Bildung sowie das Gefühl der Ungerechtigkeit, kann das Individuum auf dem Weg in den Extremismus bestärken. Das gilt für politisch extremistische Gruppierungen sowie für religiösen Extremismus.

Extremisten, welche sich lebendig fühlen wenn sie Unheil stiften können, kennen keine Grenzen oder Staatszugehörigkeit. Daher sollten wir nicht wahlweise gegen radikalen Islamismus oder Rechtsextremismus kämpfen, sondern im gleichen Masse gegen Extremismus jeglicher Couleur vorgehen. Fundamentalisten sind sich in Wahrheit immer absolut ähnlich, egal was auf dem Etikett steht. Deshalb lasst uns zusammenstehen für Toleranz und gegen Extremismus jeglicher Art! 

Bildquelle: http://www.ksta.de