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September 2, 2016 Published by Categorised in:

Echte Religionsfreiheit statt politische Hetze

Religionsfreiheit – ein Wort das in den letzten Jahren immer wieder in verschiedenen Kontexten und Diskussionen benutzt wurde. Und trotzdem scheinen die Vorstellungen, was Religionsfreiheit konkret im Zusammenleben bedeutet, stark auseinanderzugehen. Religionsfreiheit ist ein Menschenrecht und Artikel 18 der allgemeinen Erklärung der Menschenrechte formuliert relativ klar, was dieses Recht beinhaltet:

«Jeder Mensch hat Anspruch auf Gedanken-, Gewissens- und Religionsfreiheit; dieses Recht umfasst die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung zu wechseln, sowie die Freiheit, seine Religion oder seine Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden. »

Leider ist die Religionsfreiheit in der Schweiz, und im westlichen Europa in Gefahr. Mit Initiativen, welche im Besonderen gegen die muslimische Glaubensgemeinschaft gerichtet sind, will man dieses Menschenrecht für eine einzige Religionsgruppe immer mehr beschneiden. Fast noch schlimmer jedoch finde ich, dass wir den wichtigen Fragen, welche sich im Zusammenleben zwischen verschiedenen Kulturen und Religionen stellen ausweichen um Stellvertreter-Diskussionen zu führen. Die Schreckensmeldungen vom islamistischen Terrorismus brachte das Schweizer Stimmvolk dazu, Minarette zu verbieten und Burkas mit vermeintlich feministischen Argumenten zu bekämpfen. Plötzlich wollen jene, die sich vor wenigen Jahrzehnten noch gegen ein Stimmrecht der Frauen in der Schweiz gewehrt haben, die Rechte der Frauen beschützen. Dass mit dem vermeintlichen Kampf für Frauenrechte Stimmung gegen Muslime in der Schweiz gemacht wird, stösst mir sauer auf. Denn alle diese Stellvertreter-Diskussionen lösen im Endeffekt kein Problem sondern sorgen nur noch für mehr Verunsicherung und Misstrauen. Ein Verbot von Minaretten und Burkas schafft keinesfalls mehr Sicherheit in unserem Land – im Gegenteil!

Die SP kämpft für eine echte Religionsfreiheit in der Schweiz, ohne Diskriminierung und ohne Stimmungsmache gegen religiöse Gruppierungen. Ich freue mich über den interreligiösen Dialog, der in Wil immer wieder gesucht und geführt wird und sehe grosses Potential darin, diesen weiter auszubauen und zu vertiefen. So hat sich die SP Wil als treibende Kraft für das Begegnungszentrum an der Rosenstrasse eingesetzt und den Bau der Moschee als einen wichtigen Schritt zur Integration begrüsst. Denn dass die Muslime nun ihre „Freiheit, [ihre] Religion oder [ihre] Überzeugung allein oder in Gemeinschaft mit anderen, in der Öffentlichkeit oder privat, durch Lehre, Ausübung, Gottesdienst und Vollziehung von Riten zu bekunden“ in Wil leben können heisst doch vor allem, dass sie hier vollständig angekommen sind. Und dieses Gefühl ist schlussendlich die Grundlage für eine geglückte Integration. Damit sich die SP Wil jedoch für die Rechte von Minderheiten und für die Religionsfreiheit einsetzen kann, muss sie auch so stark wie möglich im Wiler Stadtparlament vertreten sein. Daher möchte ich allen, die genug haben von schädlichen Stellvertreter-Diskussionen und Stimmungsmacherei, und sich für eine offene und tolerante Stadt Wil stark machen wollen, empfehlen jetzt brieflich oder am 25. September an der Urne die SP Liste 4 zu wählen.

Symbolbild: Qantara.de