Chancengleichhheit

chancengleichheit

In einer modernen Gesellschaft, im Sinne der Demokratie, sollte die Chancengleichheit für alle gewährleistet sein! Eine gerechte Verteilung von Zugangs- und Lebenschancen sollte vorhanden sein – unabhängig von sozialer Herkunft, Alter, kultureller Zugehörigkeit oder Geschlecht. Obwohl dies in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte (AEMR) festgehalten worden ist, sieht es in der Realität meist ganz anders aus. Die bürgerliche Politik fördert das Ungleichgewicht der sozialen Schichten und in vielen Bereichen ist noch nicht von Gleichberechtigung, im Sinne der Chancengleichheit, zu sprechen. In der Tendenz, die Großverdiener zu schonen und den Mittelstand auszupressen, wird diese Chancengleichheit oft vergessen oder zumindest missverstanden. Was bedeutet Chancengleichheit überhaupt? Auf der Webseite der Schweizerischen UNESCO-Kommission wird angemerkt, dass die Chancengleichheit eher als Chancengerechtigkeit zu verstehen ist. Eine Charakterisierung von gleichen Chancen sei oft schwer zu treffen, und der Begriff Chancengerechtigkeit impliziere das Vorhandensein von „gerechten“ Chancen für alle. Außerdem sei der Begriff nicht mit Ergebnisgleichheit gleichzusetzen, da es immer eine individuelle Entscheidung bleibe, Chancen auch zu nutzen. Doch was sind „gerechte“ Chancen?

Das Recht auf Bildung, welches mit der Idee der Chancengleichheit eng verbunden ist, ist bereits 1966 in UN-Konventionen festgehalten worden. Dies bedeutet, dass der Staat für ein unentgeltliches Bildungsangebot verantwortlich ist. Um unseren Kindern gerechte Chancen zu gewährleisten, sollten sie vom ersten Schultag an das Recht auf Bildungssysteme mit äquivalentem Niveau haben. Durch die Förderung von teuren Privatschulen wird eine Zweiklassengesellschaft angestrebt, welche nicht im Sinne der Chancengleichheit sein kann. Wenn nur die vermögenden Eltern ihren Kindern eine hochwertige Bildung finanzieren können, welche ihre späteren Chancen auf gutbezahlte Berufe wiederum erhöht, wird sich die „soziale Schere“ stetig weiter öffnen. Dies hat eine weitere Elitenbildung zur Folge – eine Tendenz, welche die Gesellschaft auf Dauer instabil macht und schwächt.

Das Recht auf Chancengerechtigkeit scheint in den politischen Entscheidungen der letzten Jahre immer mehr in Vergessenheit geraten zu sein. So werden nicht nur weiterhin Steuergeschenke an Superreiche gemacht, sondern gleichzeitig auch, immer wenn Sparpakete geschnürt werden, bei den finanziell Schwächsten gespart. Stipendien und faire Studiengebühren an den Fachhochschulen und Universitäten sind absolut notwendig, um den Jugendlichen aus allen sozialen Schichten eine gleichwertige Bildung zu ermöglichen.

In der Berufswelt sind die Chancen ebenfalls meist nicht gerecht verteilt. Die Tatsache, dass man mit „Vitamin B“ nicht nur einfacher zu einem guten Job kommt, sondern in diesem auch schneller seine berufliche Ziele erreicht, zeigt, wie sehr berufliche Chancen vom sozialen Umfeld des Individuums abhängen.

Finanziell stärkere Berufstätige haben außerdem die Möglichkeit, teure Weiterbildungen oder weiterführende Schulen zu besuchen. Dies drängt Arbeitende, welche nicht die gleichen finanziellen Mittel haben, weiter zurück und hat demnach eine direkte Auswirkung auf die Lohn- und Vermögensschere.

Um dies zu verhindern, und unsere Gesellschaft nicht weiter zu schwächen, müssen wir uns wieder mehr auf das Recht der Bildung besinnen. Schulische Bildung und berufliche Weiterbildung soll für alle gleichermaßen erreichbar sein! Gesamtarbeitsverträge (GAV) und ein Arbeitsrecht, das dem schwächeren Vertragspartner entgegenkommt, sind wichtige Instrumente, um den Arbeitsnehmer vor Ausbeutung zu schützen. Ein gesetzlich geregelter Mindestlohn würde außerdem die Situation für viele Menschen verbessern und die Chancengerechtigkeit in diesem Sinne erhöhen.

Zum Thema Chancengleichheit gehört sicherlich auch die Gleichberechtigung zwischen den Geschlechtern in der Arbeitswelt. Frauen sollen für die gleiche Arbeit gleich viel erhalten wie ihre männlichen Kollegen. Außerdem muss, auch für alleinerziehende Väter, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessert werden. Um die Chancengerechtigkeit im Bezug auf die Gesundheitsversorgung zu gewährleisten, brauchen wir bezahlbare Krankenkassenprämien für Familien, Alleinstehende und RentnerInnen.

Bildquelle: http://www.bettinakumpe.de/

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