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May 8, 2015 Published by Categorised in:

70 Jahre Frieden in Europa

An diesem 8. Mai jährt sich zum 70. mal das Ende des Zweiten Weltkrieges. Am 8. Mai 1945 um 23.01 trat die bedingungslose Kapitulation der Wehrmacht in Kraft. Ausgehandelt wurde die Kapitulation am 7. Mai in Reims, dem Hauptquartier der Alliierten, bestehend aus Frankreich, England, Russland und den USA. Soweit die historischen Fakten. Neben den reinen Fakten ist der Zweite Weltkrieg jedoch auch ein Symbol – ein Symbol dafür, was Menschen anderen Menschen antun können. Wohin es führt, wenn Maßen schweigen und sich als Biomaterial für die vorgeblichen Interessen von Politikern und der Wirtschaft missbrauchen lassen.

Wäre der Zweite Weltkrieg zu verhindern gewesen? Die Antwort darauf lautet ganz klar „JA!“ Dies gilt übrigens für jeden Krieg auf dieser Welt. Kriege brauchen willige Gefolgsleute – Menschen, die auf Befehl Morden und Befehle nicht infrage stellen. Die nicht darüber nachdenken wollen, dass der angebliche Gegner vor allem eines ist: Auch nur ein Mensch.

Hinter jedem Krieg stehen immer und ausnahmslos wirtschaftliche Interessen. Es gibt keinen einzigen Krieg in der menschlichen Geschichte, wo man nicht auf wirtschaftliche Interessen stößt. Um Leute dazuzubekommen andere Menschen zu töten werden und wurden selbstverständlich von Machthabern andere Motive erfunden – alles Lüge – immer. Der WKII ist aber vor allem ein Mahnmal dafür, wohin Rassismus Länder treiben kann – in die dunkelsten Tiefen der Barbarei. Wer jetzt denkt „was geht mich das an, da war ich ja noch lange nicht geboren“, der darf eines nicht vergessen – viele von uns wären nie geboren worden, hätte der Zweiten Weltkrieg am 8. Mai 1945 kein Ende genommen.

Der 8.Mai ist der Tag des Friedens und damit auch eine Mahnung an zukünftige Generationen. Ein Aufruf zu einem gemeinsamen Miteinander – für Toleranz und gegen Rassismus. Den letztlich war Rassismus in unterschiedlichen Facetten, der philosophische Bodensatz um Menschenmassen in den Tod zu schicken. So ist der 8. Mai vor allem auch ein Mahnmal gegen Fanatismus.

Zwischen 60 und 70 Millionen Menschen kostete der Zweite Weltkrieg das Leben. Ehren wir die sinnlos gestorbenen Menschen damit, dass wir diesen Tag als der Anfang einer Welt ohne Rassismus und Fanatismus verstehen. Gestalten wir eine Welt, in der Zivilcourage über wirtschaftliche Interessen und Gier siegt. Wir dürfen nicht mehr wegsehen, wenn unrecht geschieht!

Wie ging und geht die SP mit dem Kriegsende um?

Aus überwältigender Erleichterung und zum Zeichen, dass es nie mehr zum Völkermord und Krieg kommen darf, haben viele Menschen in der Schweiz im Gefolge des 8. Mai 1945 spontan eine Friedenslinde gepflanzt. Zum siebzigsten Jahrestag hat die SP in vielen Städten und Dörfern die Initiative zum erneuten Pflanzen von Friedenslinden ergriffen. Damit soll die Rückbesinnung auf eine weltoffene, friedliche und menschenrechtsbewusste Schweiz gestärkt werden.

Am heutigen Tag sollten wir uns auf diese Grundlagen besinnen. Die Realität zeigt, dass wir uns erneut stark für sie einsetzen müssen, denn die europäische und schweizerische Abschottungspolitik stellen die Grundlagen der Menschenrechte stark infrage. Menschenrechte scheinen für Flüchtlinge bereits nicht mehr zu gelten – sie sterben jährlich zu Tausenden im Mittelmeer und an den Grenzen Europas.

Eines ist klar: Menschenfeindliche Propaganda ist 70. Jahre nach dem Kriegsende wieder erschreckend salonfähig geworden. Der Umgang mit der Geschichte scheint in Europa extrem schwierig zu sein. Das Aufleben von neofaschistischen Bewegungen in Europa sollte uns alle beunruhigen. Die Schweiz und Europa muss dringend seine Politik so verändern, dass die unzähligen Flüchtlingsopfer im Mittelmeer verhindert werden. Die Menschenrechte gelten für alle – und wir alle tragen eine Verantwortung! Zum siebzigsten Jahrestag sollten wir uns auf die Verantwortung besinnen, welche wir gegenüber den Opfern von Krieg, Gewalt und Menschenrechtsverletzungen haben. Denn wir alle sind ein Teil ein und derselben globalen Schicksalsgemeinschaft.

Bildquellenangabe: Wolfgang Schlagbauer / pixelio.de